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Sebastian Dalkowski hat es ganz einfach formuliert:
„Verschwendung ist kein Kavaliersdelikt.
Niemand hat das Recht,
sich mehr zu nehmen, als er braucht.“

(DIE ZEIT vom 09.02.2017, der vollständige Artikel)


Im Vorwort zur Nachhaltigkeitsstrategie stellt die Bundeskanzlerin fest:
„Es geht um nicht weniger als um ein Leben in … Gerechtigkeit …“

(Die weiteren von ihr aufgezählten Ziele stehen nicht in Konkurrenz zur Gerechtigkeit.)

Das Unterziel 8.6 trägt dann die Überschrift:
„Globale Lieferketten – Menschenwürdige Arbeit
weltweit ermöglichen“
Was für eine Heuchelei!
Wenn Terroristen bei uns Aktivitäten entfalten, werden wir ganz böse. Den ökonomischen Terror in der Ferne finden wir zwar auch nicht richtig, partizipieren aber gern daran und sind stolz auf unsere – auch durch Ausbeutung erzielten – wirtschaftlichen Erfolge.

Gern wird aufgezählt, wie viele Mitglieder das Bündnis für nachhaltige Textilien schon hat (Seite 141 f NHS), die immerhin über Maßnahmen nachdenken zur Verbesserung der Bedingungen und Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in ihrer gesamten Lieferkette.

Man fragt sich, warum nicht schon lange drastische Strafen für Verletzungen der Nachhaltigkeits-Standards eingeführt worden sind?

Weil mensch Besserung gelobt, darf er weiter ausbeuten und töten (lassen / hinnehmen)?

Niemand darf stehlen oder andere verletzen, nur weil er verspricht, in einigen Jahren damit vielleicht aufzuhören.

Gilt dies für Staaten nicht?

Politisch Verantwortliche handeln unverantwortlich, wenn sie nur auf langfristige Anpassungen setzen und – wie in der Nachhaltigkeitsstrategie – auf sofort mögliche, durchgreifende Änderungen verzichten.

Wer ist für die Folgen unseres Lebensstils verantwortlich?

Verantwortlich für das, was Menschen tun, sind selbstverständlich zunächst sie selbst. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft ist es dabei unumgänglich, sich auf das Handeln anderer verlassen zu können. Dafür haben wir Normen und Gesetze, in deren Rahmen wir agieren.

Wir dürfen z. B. auf unsere Vorfahrt vertrauen, wenn wir uns auf einer entsprechend gekennzeichneten Straße bewegen und eine Mutter der Größe x, die wir im Eisenwarengeschäft kaufen, passt auf die Schraube, die wir zu Hause haben.

Genauso sollten wir erwarten können, dass wir mit unserem „normalen“ Lebensstil nicht zur Zerstörung der Lebensgrundlagen und des sozialen Gefüges anderer Gruppen beitragen.

Der Bundesregierung ist der Handlungsbedarf bekannt, wie aus ihrer Nachhaltigkeitsstrategie ersichtlich ist. Entsprechende Passagen sind in der Rubrik „Notwendigkeiten“ wiedergegeben.

Ganz einfach gefragt:
Welche Interessen stehen dahinter, unseren Lebensstil auch durch die Ausbeutung von Menschen und Ressourcen sicherzustellen?
(Die Frage, wie viel unser Lebensstil mit Wohlstand zu tun hat, sei hier dahingestellt.)